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Wie entsteht eigentlich Akne?

Wenn man solch eine allgemeine Frage stellt, darf man eigentlich auch nur eine allgemeine Antwort erwarten. Der Akne gibt es mehrerer gundsätzlicher Formen und wiederum Untertypen. Doch auch eine allgemeine Antwort kann recht schön veranschaulichen, wie Akne sich entwickelt. Viel wird gegenwärtig zwar noch erforscht, aber es scheint ziemlich sicher zu sein, dass menschliche Hormone bei der Formung von Akne eine wichtige Hauptrolle spielen. Oder um es noch exakter auszudrücken: Ein hormonelles Ungleichgewicht, bzw. eine hormonelle Umstellung scheint einer der Hauptfaktoren zu sein. Man erkennt das recht eindrücklich an den Patientengruppen, die am häufigsten von Akne heimgesucht werden. Zum einen wären da Jugendliche in der Pubertätszeit, zum anderen Schwangere und sodann Frauen, die gerade die Wechseljahre durchleben. Pubertät, Schwangerschaft und Wechseljahre zeichnen sich alle in erster Linie durch eine Hormonumstellung, bzw. ein Ungleichgewicht zwischen dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen und dem männlichen Hormon Testosteron aus. Damit muss der Körper erst einmal fertig werden. Im Körper herrscht also gewissermaßen ein hormonelles Chaos und das spiegelt sich sehr oft eben im Zustand der Haut wieder.

Hier kommen die Talgdrüsen ins Spiel, die sich überall auf unserer Haut finden, aber besonders reichlich im Gesichts-, Hals- und Schulterbereich vertreten sind. Eigentlich ist es ihre Aufgabe, durch Talgproduktion die Haut weich und geschmeidig zu halten. Dies erledigen sie in gesundem Zustand auch vorzüglich, aber nur so lange bis auch sie durch die Hormonschwankungen durcheinander gebracht werden. Dann bilden sie plötzlich vermehrt Talg als benötigt wird. Dazu kommt dann noch eine verstärkte Verhornung der Hautzellen, was deren Elastizität beeinträchtigt. Der Talg wird normalerweise über die Talgdrüsenkanäle an die Hautoberfläche abgegeben. Ist die Talgproduktion aber übermäßig, so füllen sich diese Kanäle zu schnell und zu sehr, so dass sie verstopfen können. Geschieht das, hat man den sogenannten Mitesser. Mehr Talg schiebt sich nach und der Druck innerhalb der Kanäle kann so sehr zunehmen, dass daneben liegendes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen wird und sich entzünden kann. Auch Bakterien finden im angesammelten Talg hervorragende Brutstätten. Wenn sie sich vermehren, verursachen sie ebenfalls Entzündungen. Das Material aus Bakterien, deren Stoffwechselprodukten und Talg bezeichnen wir als Eiter. Liegt die Entzündung nahe der Hautoberfläche und bildet sich ein sogenannter Eiterkopf, so haben wir es mit einem Pickel zu tun (auch Pustel genannt). Wenn die Entzündung jedoch tiefer im Gewebe liegt und sich dieses dadurch rötet und anschwillt, so nennen wir das eine Papel. Noch schlimmer wird es wenn die Entzündung sich in benachbartes Gewebe ausbreitet und sich durch den sich immer weiter ansammelnden Eiter eine Zyste oder ein Furunkel bildet. Gottseidank ist diese Form der Akne aber verhältnismäßig selten.

Weitere Faktoren können Akne begünstigen, bzw. verschlimmern. Einige Wissenschaftler glauben zum Beispiel, dass bestimmte Nahrungsmittel eine solche Begünstigung darstellen. Wieder andere denken, dass auch Stress sich auf Akne auswirkt. Und selbstverständlich spielt auch noch das Manipulieren der Haut eine Rolle, beispielsweise durch Ausdrücken von Pickeln und Mitessern, eine Praxis, die von Hautärzten bei ihren Aknepatienten nicht gerne gesehen wird.

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Scharlatane mit Wundermitteln gegen Akne

Akne in all ihren Erscheinungsformen und Ausprägungsgraden ist eine sehr komplizierte Erkrankung, die Millionen von Menschen weltweit drangsaliert. Viele unterschiedliche Faktoren spielen bei ihrer Entstehung zusammen und nicht zuletzt können diese Faktoren von Mensch zu Mensch oder Patientengruppe zu Patientengruppe sehr unterschiedlich sein. Es kommt nicht von ungefähr, dass eine erfolgreiche Behandlung selbst bei unserer weit fortgeschrittenen Medizin allzu oft auf zig Hürden stößt, die Therapie nur bedingt und zeitweilig oder vielleicht gar nicht anschlägt. Als Patient, der manchmal schon jahrelang unter Akne leidet, kann man da schon frustriert werden und verzeifeln. Man greift nach dem letzten Strohhalm – und das nutzen etliche Scharlatane geschickt aus, die sich vor allem auf dem Internet vermarkten. Sie wissen, dass ein Aknepatient unter gewissen Voraussetzungen nicht nur gerne nach allen Möglichkeiten greift, die sich ihm bieten, sondern in seiner Trostlosigkeit bisweilen auch den unglaublichsten Behauptungen Glauben schenkt, denn Hoffnung verklärt.

So finden sich auf dem Internet Webseiten, die Aknetherapien anpreisen, die geradezu nach den Sternen greifen. „Akne innerhalb von 3 Wochen für alle Zeiten los werden – ohne Medikamente, teure Behandlungen und mit garantiert 100%iger Erfolgsquote“. Mit solchen oder ähnlichen Schlagzeilen werben sie für ihre „unschlagbaren Produkte“.

Um Vertrauen beim Webseitenbesucher zu erwecken, der sich aller Wahrscheinlichkeit eingefunden hat weil er in der Tat unter Akne leidet, wird in langen Texten sehr eindringlich dargelegt, dass es sich beim „Produkt“ um ein absolut natürliches Heilverfahren handelt. Darüber hinaus wird der Scharlatan oft beteuern, dass er selbst „jahrelang“ mit schwerer Akne zu kämpfen hatte. Gemeinsames Leiden verbrüdert. Weitergesponnen wird die Mär dann in der Regel damit, dass sich der Scharlatan aufgrund seines Leidens intensiv in Studien, Experiemente, usw. gestürzt hat, bis ihm – man hätte es sich denken können – letztendlich und urplötzlich die Erleuchtung kam, die Offenbarung, wie sich jede Form von Akne jederzeit und ohne jegliche medizinisch-hautärztliche Behandlung „in wenigen Tagen vollständig auskurieren“ lässt. Zum Beweis, dass die Wunderkur tatsächlich hilft, werden dann noch seitenweise sogenannte „Testimonials“ veröffentlicht, in denen sich angebliche frühere Aknepatienten in blumigen und überschwenglichen Worten bedanken. Während man den Webseitenbetreibern nicht unterstellen möchte, dass sie diese Dankesschreiben schlichtweg erfunden haben (was illegal wäre), braucht man nicht allzu viel Fantasie, um sich auszumalen, dass neben der Handvoll legitimer Zuschriften, die veröffentlicht wurden, hunderte andere Briefe, in denen sich die Kunden über die Unwirksamkeit des Produkts beklagten, einfach unter den Teppich gekehrt wurden.

Da die meisten dieser Wunderkuren angeblich ohne jegliche Medikamente und ärztliche Behandlungen auskommen, besteht das „Produkt“ normalerweise aus nichts mehr als einem e-Buch, das man sich nach Löhnung des oft nicht unerheblichen Kaufpreises (natürlich „nur zur Deckung der Unkosten“) von der Webseite herunterladen kann. Im Vermarktungstext wird üblicherweise auch wiederholt darauf hingewiesen, dass eine 100%ige Kurierung nur möglich ist, wenn der Patient die im Buch beschriebene Methode bis aufs i-Tüpfelchen befolgt. Damit sichert sich der Webseitenbetreiber selbst ab. Wenn nämlich Beschwerden auftauchen, kann er sich dadurch herausreden, dass der sich Beschwerende wahrscheinlich nicht genau genug an die Anweisungen gehalten hat.

Hätte ein solcher Scharlatan tatsächlich eine bahnbrechende neue Methode gefunden oder entwickelt, um Akne kurzfristig und permanent auszukurieren, fragt man sich, weshalb er diese Erkenntnisse privat vermarktet und nicht die Medizinwelt darüber informiert. Ein Nobelpreis wäre ihm wahrscheinlich sicher. Der eigentliche Grund ist dagegen eher, dass seine „Wunderkur“ entweder keinerlei wissenchaftliche Grundlagen aufweist und abgeschmettert werden würde oder seine sogenannte „Entdeckung“ lediglich aus einer Ansammlung bereits seit langem bekannter Therapien besteht, die er vermarktungstechnisch wirksam in ein neues Gesicht verpackt hat. „Wunderkuren“ gegen Akne wie die oben beschriebenen existieren zu diesem Zeitpunkt ganz einfach nicht.

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