Entscheidend für die Entstehung der Akne ist der Einfluss der Androgene. “Androgene” ist ein Sammelbegriff für männliche Geschlechtshormone. Speziell bei Akne wichtig sind Testosteron aus Hoden und Eierstöcken und Dihydoepiandrosteron (DHEA) aus der Nebennierenrinde. DHEA ist eine Vorstufe der Androgene, die in der Nebennierenrinde produziert wird. Unter dem Einfluss dieser Hormone kommt es zu einer Stimulation der Talgdrüsenzellen und daraufhin zu einer erhöhten Talgproduktion. Aber nicht nur der Blutpegel von Testosteron ist ausschlaggebend, sondern auch das Verhältnis von Testosteron zu weiblichen Geschlechtshormonen. Oft besteht auch eine besondere Empfindsamkeit der Testosteronrezeptoren an den Talgdrüsen.
Wichtig ist es zu wissen, dass Frauen auch immer einige männliche Hormone bilden und Männer immer auch weibliche Hormone. Nur so entsteht eine insgesamt ausgewogene Hormonsituation bei beiden Geschlechtern. Durch das Überschießen der Testosteronproduktion wird auch deutlich, warum Männer häufig sehr viel stärker unter Akne zu leiden haben, als Frauen.
“Schuld” an dem Chaos ist die Hypophyse, die Hirnanhangsdrüse. Sie steuert und kontrolliert die gesamte Hormonausschüttung aller Drüsen im Körper. In der Pubertät veranlasst sie die Eierstöcke und Hoden zur vermehrten Produktion von Hormonen. Das geschieht aber in der Umstellungszeit nicht immer “genau nach Plan”. Mal werden zuviel und mal zu wenig Hormone ausgeschüttet. Die Hypophyse muss erst lernen, welches das richtige Maß ist. Mit diesen Hormonschwankungen, die sich nicht nur auf die Geschlechtshormone beziehen, erklären sich auch die Stimmungsveränderungen, die Hochs und Tiefs in der Pubertät, die bei jedem Menschen vorkommen. Vermehrte Ausschüttung von Adrenalin z. B. führt zu Unruhe, Herzklopfen und Schweißausbrüchen. Am Ende, wenn die Hypophyse ihren “Lernprozess” abgeschlossen hat, funktioniert alles harmonisch.
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